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Dr. Doris Quinten
praktische Tierärztin

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Ernährung des Hundes
© Dr. Doris Quinten

Immer mehr Menschen achten auf ihre Gesundheit und bevorzugen in ihrem persönlichen Ernährungsverhalten „biologische“, d.h. vollwertige und möglichst naturbelassene Nahrungsmittel. Was liegt näher, als auch die vierbeinigen Freunde an diesem Gesundheitstrend teilhaben zu lassen. Wenn Sie sich entschließen, die Mahlzeiten Ihres Hundes aus frischen Produkten selbst herzustellen, sollten Sie über die ernährungsphysiologischen Bedürfnisse dieser Tierart genau Bescheid wissen, um Mangel- oder Fehlernährung zu vermeiden:
Der Hund ist ursprünglich ein Beutefresser. Die Beutetiere lieferten ihm nicht nur Muskelfleisch, sondern auch Innereien, Knochen und damit Mineralien, Körperfett, Blut und damit Salze sowie Ballaststoffe in Form von Fell.
Die ideale Hunderation sollte in ihrer Zusammensetzung dem eines Beutetieres weitgehend entsprechen. Ernährungsphysiologisch bedeutet das, dass das tägliche Menü folgende Komponenten enthalten sollte:

Als Grundsatz gilt: Vielseitig und abwechslungsreich füttern!

Eiweiß

Eiweiß ist vor allem in Muskelfleisch, Innereien, Eiern, Milchprodukten und Fisch enthalten. Der Hund benötigt wesentlich mehr Eiweiß als der Mensch, so dass bei dauerhafter Fütterung „vom Tisch“ Mangelerscheinungen auftreten können. Aber nicht nur die Menge sondern auch die Zusammensetzung des Eiweißes ist entscheidend für die optimale Versorgung. Eiweiß setzt sich aus verschiedenen Bausteinen, den Aminosäuren zusammen. Muskelfleisch, Fisch, Innereien und Eier sind hochwertige Eiweißträger. Sie enthalten das gesamte für den Hund notwendige Aminosäurenspektrum. Den Eiweißen in Bindegewebe (v.a. Flechsen) und in Pflanzen fehlen mehrere der erforderlichen Bausteine. Sie sind daher als alleiniges Hundefutter nicht geeignet.

Um eine ausreichende Eiweißversorgung zu gewährleisten, sollte ein gefüllter Futternapf etwa zur Hälfte hochwertige Eiweißträger und zur Hälfte Zusätze wie z.B. Reis, Flocken, Nudeln u.ä. enthalten. Beim alternden Hund (ab ca. 8 Jahre) empfiehlt es sich dann den Eiweißgehalt der Nahrung zur reduzieren, so dass nur noch 1/3 Eiweißträger in der täglichen Ration enthalten sind. Folgende Informationen sind bei der Verfütterung von Eiweißträgern zu beachten:

Muskelfleisch

Für den Hund wertvolle Muskelfleischsorten sind Rind-, Schaf-, Pferde-, Schwein-, Wild-, und Geflügelfleisch. Grundsätzlich kann das Fleisch (mit einigen Ausnahmen) roh, gekocht oder gebraten verfüttert werden. In rohem Fleisch sind Nährstoffe und Vitamine in unveränderter Form enthalten. Verfüttern Sie jedoch nur rohes Fleisch, das auch für den menschlichen Verzehr von seriösen Metzgern angeboten wird. Abfallfleisch oder Fleisch unbekannter Herkunft kann, wenn es roh gegeben wird, ein Gesundheitsrisiko darstellen.

Vorsicht:

Schweine- und Geflügelfleisch dürfen niemals roh verfüttert werden.

Schweinefleisch kann das gefährliche Aujeszky-Virus enthalten; durch rohes Geflügelfleisch können sich die Tiere mit Salmonellen infizieren. Beide Fleischsorten müssen gekocht oder gebraten werden, wobei darauf zu achten ist, dass sie auch im Innern gar sind.
Die Gefahr, dass unsere Hunde sich durch rohes Fleisch mit Bandwürmern infizieren, ist gering. Durch die tierärztliche Fleischbeschau in Deutschland wird weitgehend verhindert, dass finnenhaltiges Fleisch von Schlachttieren in den Verkehr gebracht wird.
Finnen nennt man die eingekapselten Übergangsformen des Bandwurms in der Muskulatur des Zwischenwirtes z.B. Rind und Schwein. Wenn Sie jedoch ganz sicher sein wollen, frieren Sie das Fleisch vor dem Verfüttern im Gefrierschrank 2-3 Tage bei mindestens 15°C ein. Eventuell vorhandene Bandwurmfinnen werden dadurch sicher abgetötet.

Innereien

Entsprechend der Zusammensetzung der Beutetiere sollte die tägliche Ration des Hundes etwa 10-20% aus Innereien bestehen. Sie sind sehr vitaminreich. Roh verfüttert erzeugen sie oft Durchfall. Gekocht werden sie meist lieber aufgenommen.

Zu den für den Hund wertvollen Innereien zählen Nieren, Leber und Pansen (Vormagen des Rindes) Das Herz wird nicht den Innereien zugerechnet. Durch seine Faserstruktur zählt es zum Muskelfleisch und kann ebenso wie dieses in größeren Mengen verfüttert werden.

Nieren

Sie sind gut verdaulich und verfügen über ein großes Aminosäurenspektrum, d.h. sie enthalten hochwertiges Eiweiß. Daneben haben sie einen hohen Gehalt an Vitaminen und Spurenelementen (Zink, Kupfer). Da die Nieren jedoch zu den Ausscheidungsorganen gehören sind sie häufig mit Schadstoffen belastet. Füttern Sie daher Nieren höchstens einmal in der Woche.

Pansen (Magen vom Wiederkäuer)

Am wertvollsten ist der ungereinigte Pansen, da er viele Mikroorganismen und Vitamine enthält.
Vorsicht: Pansen riecht für die menschliche Nase nicht angenehm und sollte im Freien (z.B. Garten) verfüttert werden.
Da Kühe auf der Weide häufig Fremdkörper verschlucken, sollte der Pansen vor dem Verfüttern auf Metallstücke, Sand oder Steine kontrolliert werden.

Die Lunge hat nur wenig Fett. Sie ist nicht besonders gehaltvoll und eignet sich daher lediglich zur Volumenanreicherung bei Reduktionsdiäten. Gut gekocht mit anderem Fleisch zusammen wird sie gerne aufgenommen.

Die Leber ist reich an Vitaminen. Roh erzeugt sie oft Durchfall. Gekocht stopft sie manchmal.

Die Milz ist sehr bindegewebsreich und daher wenig verdaulich. Die Wertigkeit des Eiweißes ist gering.

Das Geschlinge gehört eigentlich nicht zu den Innereien, wird aber im landläufigen Sinn oft dazu gezählt. Es enthält häufig sehr viel Fett.

Auch das Euter ist keine Innerei. Wegen der Restmenge an Milch hat es einen hohen Kalziumgehalt, aber auch viel Fett.

Milchprodukte

Sie enthalten viel leichtverdauliches Eiweiß und sind daher eine wertvolle Ergänzung zur Fleischfütterung.
Der in Milchprodukten enthaltene Milchzucker führt jedoch bei manchen Hunden zu Durchfall. In diesem Fall kann als Alternative auf vergorene Milchprodukte wie z.B. Joghurt, Dickmilch oder Käse zurückgegriffen werden. Auch Quark wird häufig gut vertragen. Der körnige Hüttenkäse wird zusammen mit (in Wasser) gekochtem Milchreis als Durchfalldiät bei Darmerkrankungen empfohlen. Da das Kalzium/Phosphor-Verhältnis in Hüttenkäse nicht optimal für den Bedarf des Hundes ist, sollte Hüttenkäse nicht dauerhaft gefüttert werden.

Eier

Rohes Eiklar sollte nicht verfüttert werden. Es bindet das Vitamin H (Biotin) im Darm und kann dadurch zu Biotin-Mangelerscheinungen mit stumpfen Fell und infektionsanfälliger Haut führen.
Wegen der Gefahr einer Salmonelleninfektion sollte auch kein rohes Eigelb mehr verfüttert werden. Studien belegen, dass jedes dritte Ei mit Salmonellen infiziert ist. 1- 2 hartgekochte Eier, Rühr- oder Spiegeleier in der Woche werden jedoch gut vertragen.

Fisch

Viele Hunde lieben Fisch. Fische sind gesund und reich an verdaulichem Eiweiß. Rohe Fische und Schalentiere (z.B. Muscheln) enthalten jedoch ein Enzym, welches das Vitamin B1 zerstört. Daher sollten Fische und Schalentiere nur gekocht oder gebraten verfüttert werden, um Vitamin-B-Mangelerscheinungen zu vermeiden.

Rohe Fische können (wenn auch selten) Finnen des Fischbandwurms enthalten, an denen sich auch unsere Haushunde infizieren können.
Vorsicht: Fischköpfe können Angelhaken enthalten.

Wurst hat in der Regel einen hohen Fettgehalt, wenig Mineralstoffe und Vitamine. Als Belohnung eignet sie sich jedoch besser als jedes industriell vorgefertigte „Leckerli“. Wiener Würstchen z.B. in Scheiben geschnitten oder auch ganz wird sicherlich jeder Hund gerne mögen.

Vorsicht: Plastikhüllen und Metallklammern in Wurstwaren können zum Darmverschluss führen.

Kohlenhydrate

Der Hund kann nur leicht verdauliche oder bereits angedaute (Mageninhalt der Beutetiere) pflanzliche Nahrungsmittel verwerten. Zur Fütterung eignet sich daher:

Vollkornprodukte oder grobe Haferflocken sind nicht genügend aufgeschlossen und werden vom Hund zum größten Teil unverdaut wieder ausgeschieden. Manche Hunde reagieren darauf mit Durchfall.

Fette

Fette sind nicht nur Energielieferanten. Sie führen dem Körper essentielle (lebensnotwendige) Fettsäuren zu, ermöglichen die Aufnahme fettlöslicher Vitamine und dienen nicht zuletzt der Geschmacksverbesserung des Futters. Ist der Hund zu dick, muss selbstverständlich der Fettgehalt in der Nahrung reduziert werden.

Füttern Sie grundsätzlich keine Seetieröle (z.B. Lebertran). Diese Fette werden aufgrund ihres hohen Gehaltes an ungesättigten Fettsäuren so schnell ranzig, dass sie oft schon kurz nach dem Kauf verdorben sind. Sie führen dann bei empfindlichen Hunden zu schweren Leberfunktionsstörungen. Um einem Mangel an essentiellen Fettsäuren vorzubeugen, geben Sie pro Tag etwa 1 Esslöffel pro 10 kg Körpergewicht kaltgepresstes Pflanzenöl (Leinöl, Distelöl, Sonnenblumenöl aus dem Reformhaus) in den Futternapf zusammen mit der angebotenen Ration. Lagern Sie die angebrochene Ölflasche kühl und dunkel, am besten im Kühlschrank.

Mineralstoffe

Die Mineralstoffe Kalzium und Phosphat werden meist zusammen genannt, weil ihr Vorliegen im richtigen Verhältnis zueinander für den gesunden Knochenbau eine große Rolle spielt. Das optimale Verhältnis von Kalzium zu Phosphat in der Nahrung betragt 1:1 beim erwachsenen und 1.5 – 2:1 beim wachsenden Hund. Im Muskelfleisch und in Innereien ist relativ Phosphat und nur wenig Kalzium enthalten. Wenn der Hund, wie seine Vorfahren, ein Beutetier zusammen mit den Knochen fressen würde, wäre das Verhältnis ideal. Frisst er heute nur Fleisch und keine Knochen, entsteht auf Dauer Kalziummangel. 1 – 2 Kalbsknochen pro Woche liefern nicht nur die notwendigen Mineralstoffe, sondern reinigen auch das Gebiss von Zahnbelag. Milchprodukte enthalten viel Kalzium und sind eine hervorragende Ergänzung zum Fleisch.

Werden keine Knochen gefressen oder nicht vertragen (beim darmempfindlichen Hund), kann die Tagesration mit Mineralstoffpräparaten ergänzt werden. Aber Vorsicht: ein zuviel an Mineralstoffergänzungs- präparaten kann zu schweren Störungen des Bewegungsapparates führen. Fragen Sie Ihren Tierarzt nach den geeigneten Präparaten und halten Sie sich genau an die Dosisangaben. Beim wachsenden Hund (vor allem bei großen Rassen) empfiehlt es sich, alle 2 Monate einen Bluttest durchzuführen, um eventuelle Mineralstoffimbalanzen rechtzeitig zu erkennen und zu regulieren.

Vitamine und Spurenelemente

Zusatzfutter
Es gilt die Regel: Alles, was schmeckt (außer natürlich Genussmittel wie z.B. Alkohol oder Kaffee) sind in Maßen erlaubt. So zum Beispiel auch ein Butter- oder Leberwurstbrot zusammen mit dem zweibeinigen Freund zum Frühstück, ein Stück Wurst oder Schokolade. Wie beim Menschen schaden kleine „Sünden“ nicht. Sie heben lediglich die Lebensfreude und stärken damit die Abwehrkräfte gegen Infektionskrankheiten. Erst wenn Ernährungssünden überhand nehmen, sind auf Dauer Schäden zu erwarten.

Achten Sie jedoch auf das Gewicht Ihres Hundes. Übergewicht ist eine der häufigsten Zivilisationsschäden auch beim Hund. Die daraus entstehenden Erkrankungen führen zu großen Leiden des Tieres.

Viel Spaß beim Zusammenstellen einer abwechslungsreichen und schmackhaften Kost für Ihren Hund!

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Ernährung der Katze
© Dr. Doris Quinten

Natürliche Katzennahrung

Die Katze ist ein Fleischfresser.
Nährstoffe aus Pflanzen kann sie nur verdauen, wenn sie hoch aufgeschlossen sind und auch dann nur in geringem Maße. Die natürliche Nahrung der Katze besteht aus kleinen Säugetiere und Vögeln. Diese Beutetiere liefern nicht nur Muskelfleisch und Innereien, sondern auch Knochen und damit Mineralstoffe, halbverdaute Pflanzenteile (im Mageninhalt der Beutetiere) sowie Ballaststoffe in Form von Fell oder Federn.
Die ideale Katzenration sollte daher in der Zusammensetzung der natürlichen Nahrung weitgehend entsprechen. Leider ist das bei ausschließlicher Fütterung mit industriell hergestelltem Fertigfutter nicht gewährleistet. Eine Vielzahl von Krankheiten ist ernährungsbedingt oder wird durch falsche Ernährung ausgelöst. Bieten Sie Ihrem Kätzchen von Anfang an eine abwechslungsreiche und hochwertige Ernährung. Einseitige Fütterung und mindere Futterqualität ist Sparsamkeit am falschen Ende, die Sie im Laufe des Lebens nicht selten durch hohe Tierarztrechnungen teuer bezahlen müssen.

Rohes oder gekochtes Fleisch?

Katzen braten oder kochen ihre Beutetiere nicht, bevor sie sie verspeisen. Es ist daher nur zu empfehlen, ihr die tägliche Fleischration roh anzubieten. Im rohen Fleisch sind Nährstoffe und Vitamine in unveränderter und für den Katzenorganismus gut verwertbarer Form enthalten.
Sie können fast alle Fleischarten roh anbieten mit Ausnahme von Schweine- und Geflügelfleisch. Durch rohes Schweinefleisch können sich Katzen mit dem gefährlichen Aujeszky-Virus und durch Geflügelfleisch mit Salmonellen infizieren (siehe auch KATE BEIM TIERARZT: Aujeszkysche Krankheit“). Gerne gegessen wird Rind- oder Lammfleisch. Bandwürmer bekommen unsere Katzen nicht durch roh verfüttertes Fleisch unserer Schlachttiere – so wie oft befürchtet – sondern hauptsächlich durch den Verzehr von Mäusen. Mäuse sind Zwischenwirte des typischen Katzenbandwurms. Durch die tierärztliche Fleischbeschau in Deutschland wird weitgehend verhindert, dass finnenhaltiges Fleisch von Schlachttieren in den Verkehr gebracht wird. (Finnen nennt man die eingekapselten Übergangsformen des Bandwurms in der Muskulatur des Zwischenwirtes Maus; siehe auch KATZE BEIM TIERARZT: „Würmer“).
Wenn Sie jedoch ganz sicher sein wollen, frieren Sie das Fleisch vor dem Verfüttern bei mindestens 15°C etwa 24 Stunden ein. Eventuell vorhandene Bandwurmfinnen werden dadurch sicher abgetötet.
Katzen haben einen relativ kurzen Darm. Sie können daher nur gut verdauliche Fleischsorten ausreichend verwerten. In der Natur spielen aus diesem Grund die Samtpfoten mit ihren Beutetieren, was uns Menschen oft unerträglich grausam erscheint. Im Organismus der gefangenen Mäuse oder Vögel werden dabei Stresshormone freigesetzt, die zum einen die Beutetiere für Schmerzen unempfindlicher und zum anderen ihr Fleisch weicher und für die Katze verdaulicher machen. Verfüttern Sie daher nur „gutes“ Muskelfleisch. Mit Flechsen durchsetzte Fleischteile, wie z.B. bei Gulasch oder Suppenfleisch können Katzen kaum verwerten. Oft lassen sie solches Fleisch einfach stehen oder erbrechen es nach kurzer Zeit. Bieten Sie das Fleisch in großen Stücken an, damit die Katze wie eine Maus zerkleinern muss. Das ist die beste Vorbeugung gegen Zahnstein und Zahnfleischentzündung.

Roher oder gekochter Fisch?

Fisch wird von vielen Katzen besonders geliebt. Er besteht aus hochwertigem, von der Katze besonders gut verdaulichem Eiweiß und kann 2-3 x pro Woche verfüttert werden. Allerdings ist im rohen Fisch (auch in rohen Schalentieren wie z.B. Muscheln) ein Enzym enthalten, das der Katze das lebensnotwendige Vitamin B1 „raubt“. Verfüttern Sie daher Fisch nur gekocht, gedünstet oder gebraten. Bitte beachten Sie: Katzen mit einer Schilddrüsenerkrankung sollten wegen der darin enthaltenen relativ hohen Jodmenge keine Meeresfische essen. Hier können Sie auf Süßwasserfische, wie z.B. Forellen ausweichen.

Darf eine Katze Milch trinken?

Ein Kätzchen, das von Jugend auf Milch zu trinken bekommt, wird sie auch als erwachsene Katze gerne trinken und meist gut vertragen. Milch enthält hochwertiges Eiweiß, Vitamine und Kalzium. Sie bietet sich daher als vorzügliche Ergänzung zur Fleischernährung an. Besonders kleine Kätzchen benötigen während der Wachstumsphase vermehrt Kalzium. In der Natur wird dieser Mineralstoffbedarf durch die Knochen der Beutetiere gedeckt. Hier kann man bei unseren Hauskatzen durch Milchprodukte die Bilanz ausgleichen. Einige Katzen (es ist etwa eine von zehn) reagieren auf Milch mit Durchfall. Nicht das Fett in der Milch ist daran schuld, sondern der Milchzucker, der darin enthalten ist. Milchzucker wird normalerweise im Darm durch ein Enzym abgebaut. Fehlt dieses Enzym im Darm der Katze, so entsteht Durchfall. In diesem Fall müssen Sie leider auf die Verfütterung von Milch verzichten. Als Alternative hat sich Joghurt bewährt. Joghurt ist durch Joghurtbakterien vergorene Milch und enthält wenig bis gar keinen Milchzucker. Verwenden können Sie Naturjoghurt, den Sie, je nach Geschmack Ihrer Katze auch einmal mit Leberwurst oder Thunfisch verfeinern können.
Kondensmilch wird von vielen Katzen gerne getrunken. Durch Verarbeitung und Konservierung enthält sie jedoch so gut wie keine Vitamine, dagegen relativ viel Phosphat. Dadurch eignet sie sich nicht als Mineralstoffergänzung. Übrigens Milch ist ein Nahrungsmittel und kein Getränk. Auch wenn Ihre Katze regelmäßig Milch trinkt, sollte dennoch immer frisches Wasser zur Verfügung stehen.

Frischfutter, Dosen- oder Trockenfutter?

Wenn Sie den Rat dieses Buches befolgen und hauptsächlich frische Nahrung verfüttern, müssen Sie die Futterration selbst zusammenstellen. Sie muss abwechslungsreich sein und alle notwendigen Nährstoffe und Vitamine in ausreichender Menge enthalten. Das ist gar nicht so schwer und sollte Ihnen Ihre Katze wert sein. Sie wird es Ihnen durch Gesundheit und Widerstandsfähigkeit gegen Infektionskrankheiten danken. Füttern Sie Ihren Samtpfoten nicht nur die Lieblingsspeise, denn Katzen neigen dazu, sich schnell auf ein einziges Nahrungsmittel „einzuessen“. Sie verweigern dann alles andere und werden durch die Einseitigkeit nicht selten krank.
Dosenfutter ist ganz praktisch, wenn Sie z.B. mit der Katze in Urlaub fahren. Achten Sie beim Kauf einer Dosennahrung darauf, dass sie fast ausschließlich Fleisch oder Fisch enthält. Sonstige Beigaben wie Reis, Käse u.a. sollten auf der Dose genau angegeben sein und nicht mehr als max. 10% der Gesamtmenge ausmachen. Kaufen Sie nur Dosenfutter ohne Geschmacksverstärker, Konservierungs-, Geschmacks- oder Farbstoffe. Die Freiheit von solchen Zusatzstoffen sollte auf der Dose vermerkt sein. Gutes Dosenfutter erhalten Sie im Zoofachhandel. Kaufen Sie niemals konventionelles Dosenfutter mit der Deklarierung „pflanzliche und tierische Nebenerzeugnisse“, wie sie in Supermarkten angeboten werden! (siehe auch: „Kohlenhydratbedarf und wie er gedeckt wird). Als Dauerernährung ist jedoch auch qualitativ hochwertiges Dosenfutter nicht zu empfehlen. Es ist sterilisierte, denaturierte Nahrung. Sich ständig von Konserven ernähren, kann nicht gesund sein! Durch die weiche Konsistenz der Dosennahrung werden die Katzenzähne, die ja für die Erbeutung und Zerkleinerung von Mäusen und Vögeln dienen sollen, nicht genügend beansprucht. Die Zahnbeläge werden nicht abgerieben und auf die Dauer entsteht der gefürchtete Zahnstein. Trockenfutter ist als Hauptnahrung für Katzen grundsätzlich abzulehnen. Da dem Futter in dieser Form die Feuchtigkeit bis auf 10% entzogen wurde, muss die Katze für jedes Gramm Trockenfutter, das sie isst, mindestens das 3 – bis 4fache an Wasser zu sich nehmen. Auch wenn immer frisches Trinkwasser in ausreichender Menge zur Verfügung steht, nehmen viele Katzen nicht genügend Flüssigkeit auf, um diesen großen Bedarf zu decken. Mangelnde Flüssigkeitszufuhr führt zu stark konzentriertem Urin. Das ist, wie man inzwischen weiß, die Hauptursache für die Entstehung von Harngries und Harnsteinen bei Katzen. Rufen wir uns ins Gedächtnis zurück: die natürliche Nahrung der Katze sind Beutetiere. Mäuse und Vögel bestehen zu 70-80% aus Wasser. Wie kann man angesichts dieser Tatsache Trockenfutter als Hauptnahrung empfehlen?
Die meisten Katzen sind, wenn sie es einmal probiert haben, geradezu süchtig auf Trockenfutter. Es enthält Geschmacksverstärker sowie Duft- und Lockstoffe. Besonders Geschmacksverstärker führen zu einem gestörten Sättigungsgefühl. Katzen, die Trockenfutter erhalten, essen mehr, als sie benötigen und sind nicht selten übergewichtig. Und nicht zuletzt: Trockenfutter, angeblich aus hochwertigen Inhaltsstoffen bestehend, liegt tage- bis wochenlang ungekühlt erst im Supermarkt, dann im Schrank, bis es aufgebraucht ist. Es muss konserviert sein, um nicht zu verderben. Konservierungsstoffe belasten den Körper Ihrer Katzen! In den letzten Jahren werden zunehmend Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse und Futtermittelallergien bei Katzen diagnostiziert. In Fachkreisen wird ein Zusammenhang dieser Krankheiten und der Ernährung mit industriell gefertigtem Tierfutter vermutet. Das sollte für jeden Tierfreund ein Grund zum nachdenken und handeln sein.

Eiweißbedarf und wie er gedeckt wird

Die Katze benötigt viel und hochwertiges Eiweiß. Sie kann im Gegensatz zum Menschen und zum Hund eine zeitweise Verringerung des Eiweißangebotes unter ihren Bedarf nicht kompensieren. Mangelerscheinungen treten bei ihr daher viel schneller und ausgeprägter zutage. Im Durchschnitt sollte die Tagesration 4-5 g Eiweiß pro kg Körpergewicht enthalten. Eine 4 kg schwere Katze muss zur Deckung ihres Bedarfs am Tag also mindestens 16-20 g Eiweiß aufnehmen. In die Praxis umgesetzt bedeutet das, dass ein gefüllter Futternapf mindestens 90 % Fleisch und maximal 10% Zusätze wie Reis, Cornflakes oder ähnliches enthalten sollte.
Nicht nur die Menge, sondern auch die Zusammensetzung des Eiweißes ist entscheidend für eine optimale Versorgung. Eiweiß setzt sich aus verschiedenen Bausteinen, den Aminosäuren, zusammen. Die Katze benötigt zehn essentielle (lebensnotwendige) Aminosäuren. Zartes Muskelfleisch vom Rind, Lamm, Schwein oder Pferd, Fisch, Geflügelfleisch und Milchprodukte (Milch, Joghurt, Quark, Frischkäse) sind hochwertige Eiweißträger. Sie enthalten das gesamte für die Katze notwendige Aminosäurenspektrum. Den Eiweißen in Bindegewebe und Pflanzen fehlen einige der erforderlichen Bausteine und sind daher für die Ernährung der Katze wenig geeignet. Fettbedarf und wie er gedeckt wird Katzen können fette Nahrung gut vertragen. Bis zu 30g Fett pro Tag werden ohne irgendwelche Verdauungsstörungen toleriert. Sie brauchen sich also keine Sorgen zu machen, wenn einmal ein Stück Butter oder der Inhalt einer Sahneschüssel vom Tisch verschwunden ist und Ihre Katze sich zufrieden das Schnäuzchen leckt. Nur in seltenen Fällen tritt dann Durchfall auf. Schuld daran ist jedoch nicht das Fett, sondern der in der Sahne enthaltene Milchzucker. Manche Katzen vertragen ihn nicht (siehe auch: „Darf eine Katze Milch trinken?“). Ist die Katze zu dick, muss natürlich der Fettgehalt der Nahrung reduziert werden. Füttern Sie grundsätzlich keine Seetieröle (z.B. Lebertran). Diese Fette werden aufgrund ihres hohen Gehalts an ungesättigten Fettsäuren schnell ranzig und können bei den empfindlichen Katzen Lebererkrankungen verursachen. Zudem enthalten sie zu viel Vitamin A, das bei Überdosierung über längere Zeit bei Katzen zu Vergiftungen führt (siehe auch VERGIFTUNGEN: „Vitamin A-Vergiftung“). Die Zufuhr von Arachidonsäure, einer ungesättigten Fettsäure, ist für die Katze lebensnotwendig. Besonders reich an diesem Fettbaustein ist Geflügelfett, das Herz und die Leber vom Schwein und Lamm. Denken Sie jedoch daran, dass Schweinefleisch nur gekocht oder gebraten verfüttert werden darf (siehe auch KATZE BEIM TIERARZT: „Aujeszkysche Krankheit“).

Kohlenhydratbedarf und wie er gedeckt wird

Nach Ansicht von Ernährungswissenschaftlern scheinen Kohlenhydrate für Katzen nicht lebensnotwendig zu sein. Leicht verdauliche Kohlenhydrate können aber durchaus von ihnen verwertet werden. Sie erinnern sich an die natürliche Katzennahrung: Der Mageninhalt der Beutetiere besteht aus halbverdauten Pflanzenteilen (Kohlenhydraten) und wird von der Katze mitgegessen. Aus diesem Grunde sollte ein nur kleiner Teil (max. 10%) der täglichen Nahrung unserer Hauskatzen aus Kohlenhydraten bestehen. Besonders geeignet sind gekochter Reis, gekochte Kartoffeln und ungesüßte Cornflakes (aus dem Reformhaus). Vollkornprodukte oder Haferflocken sind nicht genügend aufgeschlossen und werden zum großen Teil unverdaut wieder ausgeschieden. Manche Katzen reagieren darauf mit Durchfall.
Übrigens: Eine Maus besteht aus ca. 8% Kohlenhydrate. Konventionelles Fertigfutter für Katzen enthält dagegen manchmal bis zu 40% Kohlenhydraten. Der Organismus einer Katze, auf Fleisch spezialisiert, ist nicht in der Lage, eine solch große Menge an Kohlenhydraten schnell zu verarbeiten. Die Kohlenhydrate verweilen daher als Zucker relativ lange im Blut und verursachen Schäden an Gefäßen und den Nieren. Auch Diabetes (Zuckerkrankheit), eine inzwischen gar nicht mehr so seltene Erkrankung bei Katzen, kann so ausgelöst werden.

Vitamine und worin sie enthalten sind

Vitamine sind Nährstoffe, die der Körper unbedingt braucht – wenn auch im Vergleich zu Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate in wesentlich kleineren Mengen. Sie erfüllen im Organismus vielfältige Aufgaben. Als Bestandteile von Enzymen und Hormonen unterstützen sie unter anderem den Stoffwechsel, den Sehvorgang und die körpereigene Abwehr gegen Krankheitserreger. Ein Zuwenig dieser lebensnotwendigen Nährstoffe führt zu Mangelerscheinungen bis hin zum Tod. Ein Zuviel bestimmter Vitamine kann dagegen Vergiftungserscheinungen hervorrufen. Einseitige Fütterung und übermäßige Verabreichung von Vitaminen in Tabletten-, Tropfen- oder Pastenform sollten Sie daher vermeiden.
Wenn Sie eine gesunde Katze artgerecht, d.h. abwechslungsreich und ihren Bedürfnissen entsprechend ernähren, ist eine optimale Vitaminversorgung gewährleistet. Lediglich bei geschwächten, kranken oder alten Tieren kann zur Steigerung der Abwehr und Beschleunigung des Genesungsprozesses die Zufuhr künstlicher Vitamine erforderlich werden.

Vitamin A

Der Organismus des Menschen und der der meisten anderen Säugetiere ist in der Lage, die in Pflanzen vorkommende Vorstufe des Vitamin A, das Beta-Carotin in Vitamin A umzuwandeln. Die Katze kann das nicht. Es ist daher unsinnig, diese Tiere mit Karotten oder sonstigen Gemüsearten „vollstopfen“ zu wollen. Abgesehen davon, dass Katzen bis auf wenige Ausnahmen Pflanzennahrung nicht mögen, können sie das darin enthaltene Provitamin A nicht verwerten. Sie sind auf die Zufuhr von Vitamin A durch tierische Lebensmittel angewiesen. Katzen benötigen pro Tag zwischen 1500 und 2100 IE (Internationale Einheiten) Vitamin A. Dieser Bedarf wird gedeckt, wenn Sie ihr pro Woche 100 bis 150g Leber, eventuell au zwei Mahlzeiten verteilt, geben. Rohe Leber hat einen 30%ig höheren Vitamin A-Gehalt als gekochte oder gebratene Leber. Manche Katzen reagieren jedoch auf rohe Leber mit Durchfall. Wenn Ihre Katze es jedoch verträgt, sollten Sie ihr die wöchentliche Leberration roh servieren (keine rohe Schweineleber!). Denken Sie daran, dass auch die Leber der erbeuteten Maus roh verzehrt wird.
Eine Überdosierung von Vitamin A führt bei der Katze zu Vergiftungserscheinungen. Au diesem Grunde darf die Menge von 100 bis 150 g pro Woche auf Dauer nicht überschritten werden. Eine chronische Vitamin-A-Überdosierung führt zu Verknöcherungen der Halswirbelsäule mit Einengung des Wirbelkanals. Die Folgen sind Lähmungen der Vordergliedmaße und Bewegungsstörungen von Hals und Kopf. Natürlich entwickeln sich solche Erscheinungen nicht von heute auf morgen. Erst eine jahrelange falsche Ernährung mit chronischer Vitamin-A-Überdosierung führt zu den beschriebenen Veränderungen der Wirbelsäule. Sie sind jedoch, einmal entstanden, nicht mehr rückgängig zu machen (siehe auch VERGIFTUNGEN: Vitamin-A-Vergiftung“).

Vitamin B1 (Thiamin)

Rohe Fische und rohe Schalentiere wie z.B. Muscheln enthalten ein Enzym, welches das Vitamin B1 zerstört. Ausschließlicher Rohfisch-Fütterung können zu Mangelerscheinungen wie Appetitlosigkeit und chronische Gewichtsabnahme führen. Bei abwechslungsreicher Ernährung tritt eine Vitamin B1 Unterversorgung jedoch in der Regel nicht auf. Zur Sicherheit sollten Sie Ihren Katzen Fisch und Muscheln nur gekocht oder gebraten verfüttern.

Vitamin C (Ascorbinsäure)

Lediglich Primaten (Mensch, Affe) und Meerschweinchen sind auf die regelmäßige Zufuhr dieses Vitamins durch die Nahrung angewiesen. Bei allen anderen Säugetieren – auch bei der Katze – wird es vom Körper selbst erzeugt. Bei Infektionen und chronischen Erkrankungen hat es sich bewährt dem Futter ein- bis zweimal in der Woche eine Messerspitze Ascorbinsäure-Pulver (Vitamin C-Pulver) zuzusetzen. Die körpereigene Abwehr wird dadurch gesteigert; die Katzen genesen schneller. Allerdings sollten Sie Vitamin C nicht täglich und nicht über einen längeren Zeitraum verabreichen. Es besteht die Gefahr, dass durch die permanente Übersäuerung des Urins Harnsteine (Calciumoxalatsteine) entstehen. Nach etwa vier Wochen Vitamin C-Kur sollten Sie etwa einen Monat pausieren, bevor Sie der Katze erneut Ascorbinsäure unter das Futter mischen.

Vitamin D

Unter normalen Haltungs- und Fütterungsbedingungen ist die Versorgung mit Vitamin D gesichert. Der Bedarf der Katze liegt bei 50 bis 100 IE pro Tag. Überdosierungen des Vitamins bis hin zu Vergiftungen können durch Vitaminpräparate entstehen. Geben Sie daher, wenn überhaupt, Vitaminpräparate nur in der auf der Packung angegebenen Dosierung. Auf keinen Fall dürfen, wie das leider immer wieder geschieht, Vitaminpasten als Nahrungsersatz bei appetitlosen Katzen eingesetzt werden! Vitamin H (Biotin) Der Bedarf der Katze an Vitamin H liegt bei 0,1 mg pro Tag. Biotin wird auch als Hautvitamin bezeichnet. Ein Mangel dieses Vitamins hat Auswirkungen auf Haut und Fell. Er zeigt sich durch Haarausfall und besondere Anfälligkeit für Hauterkrankungen. Biotinmangel ist nur zu erwarten, wenn rohes Eiweiß in großer Menge verfüttert wird. Im rohen Eiweiß ist ein Protein enthalten, das Biotin im Darm bindet. Dadurch wird es mit dem Kot ausgeschieden, ohne dass es der Körper verwerten kann. Allerdings wird eine Katze in der Regel niemals rohes Eiweiß in großen Mengen über längere Zeit essen. Vitamin H- Mangel kann unter Umständen auch bei chronischem Durchfall oder Befall mit Darmparasiten (z.B. Würmer, Giardien) entstehen. In diesem Fall muss man die Grundkrankheit behandeln. Um einen Mangel wieder auszugleichen und die Haut- und Fellregeneration zu unterstützen, kann man Vitamin H dem Futter für einige Zeit zumischen. Geeignete Präparate erhalten Sie bei Ihrem Tierarzt.

Taurin

Während erwachsene Menschen und auch der Hund in der Lage sind, Taurin in ihrem Körper selbst herzustellen, ist es für die Katze ein lebensnotwendiger Eiweißstoff, der durch die Nahrung zugeführt werden muss. Taurin ist in Fleisch, Fisch und Milchprodukten in ausreichender Menge enthalten. Eine artgerecht ernährte Katze wird daher niemals unter Taurinmangel leiden. Bei gesunden Katzen ist eine zusätzliche Gabe in Form von Tabletten oder Pasten nicht erforderlich. Lediglich Katzen, die vegetarisch ernährt werden – was eine schwerer Verstoß gegen das Tierschutzgesetz darstellt – können aufgrund des Zuwenig an Taurin erblinden. Therapeutisch wird Taurin bei Herzerkrankungen zur Stärkung der Herzmuskulatur eingesetzt.

Kalzium und Phosphor

Diese beiden Mineralstoffe werden meist zusammen abgebaut, weil ihr Vorliegen im richtigen Verhältnis zueinander für den gesunden Knochenbau eine große Rolle spielt. Das optimale Verhältnis von Kalzium zu Phosphor in der Nahrung ist 1:1. Bei jungen, noch wachsenden Tieren liegt es bei 1,5:1. Das bedeutet, dass bei erwachsenen Tieren genauso viel Kalzium wie Phosphor, bei heranwachsenden Tieren etwa die Hälfte mehr Kalzium in der Nahrung enthalten sein sollte.
Im Fleisch ist relativ viel Phosphor und nur wenig Kalzium enthalten. Knochen haben dagegen einen hohen Kalzium- und geringeren Phosphorgehalt. Wenn die Katze eine Maus oder einen Vogel samt Knochen verspeist, nimmt sie die Mineralstoffe im richtigen Verhältnis zueinander auf. Isst eine Katze überwiegend Fleisch ohne Knochen entsteht auf Dauer Kalziummangel und Phosphorüberschuss. Abbau von Knochengewebe mit Neigung zu Brüchen und Wirbelsäulenverkrümmungen sind die Folgen. Siamkatzen haben zudem eine geringe Kalziumausnutzung als ihre Katzen anderer Rassen und sind daher für Kalziummangelerscheinungen besonders anfällig. Füttern Sie daher zu Fleisch Nahrungsmittel mit hohem Kalziumanteil, wie z.B. Milchprodukte oder Knochen. Ein Schälchen Milch, Joghurt, Frischkäse oder Quark pro Tag decken den Kalziumbedarf einer erwachsenen Katze. Der natürlichen Nahrung entsprechend eignen sich Knochen als Zugabe zu der täglichen Fleischration ganz besonders. Hühnerhälse (nie roh wegen der Gefahr eine Salmonelleninfektion verfüttern!) oder Kalbsknochen mit viel Knorpel sind ausgezeichnete Kalziumspender. Zudem sind sie dadurch, dass die Katze sie zerkleinern muss, eine ausgezeichnete Vorbeugemaßnahme gegen Zahnstein. Wer es mag, kann seiner Katze auch Eintagsküken verfüttern. Sie bestehen aus Fleisch, Innereien, Knochen und Ballaststoffe (Federn) und kommen der natürlichen Nahrung der Katze am nächsten. Eintagsküken erhalten Sie tiefgefroren im Zoofachhandel.
Ältere Katzen, die Knochen und Milchprodukte ablehnen müssen sie durch Zugabe von Kalziumpräparaten ausreichend mit dem notwendigen Mineralstoff versorgen. Geeignete Präparate erhalten Sie beim Tierarzt.

Regeln zur optimalen Fütterung

1. Katzen entwickeln sich leicht zu Nahrungsspezialisten. Sie essen sich auf einen bestimmten Futtertyp ein und lehnen dann oft jede andere als die gewohnte Nahrung ab. Die Folgen dieser einseitigen Ernährung sind zum Teil schwerwiegende Mangelerscheinungen. Gewöhnen Sie deshalb Ihr Kätzchen frühzeitig an abwechslungsreiche Nahrung. Jeden Tag etwas anderes füttern und die Katze wird bis ins hohe Alter, jedenfalls in Bezug auf das Essen flexibel bleiben.
2. Füttern Sie niemals rohes Schweinefleisch. Es besteht die Gefahr einer Infektion mit dem Aujeszky-Virus. Schweinefleisch muss immer gut durchgekocht oder gebraten sein.
3. Füttern Sie niemals rohes Geflügelfleisch. Es besteht die Gefahr einer Salmonelleninfektion. Geflügelfleisch daher immer kochen oder braten.
4. Füttern Sie keinen rohen Fisch oder rohe Schalentiere (z.B. Muscheln in großen Mengen. Das darin enthaltene Enzym raubt der Katze das Vitamin B1. Kochen oder Braten zerstört das Enzym.
5. Füttern Sie kein rohes Eiweiß in großen Mengen. Rohes Eiweiß enthält ein Protein, welches das Vitamin H (Biotin) im Darm der Katze bindet und dadurch dessen Verwertung verhindert.
6. Füttern Sie 100 bis 150g Leber in der Woche. Damit ist der Bedarf der Katze an Vitamin A gedeckt. Diese Menge sollte jedoch wegen der Gefahr einer chronischen Vitamin A-Vergiftung vorsichtshalber nicht über einen längeren Zeitraum überschritten werden.
7. Füttern Sie nur 10% Kohlenhydratträger in der täglichen Nahrung (z.B. Reis, Cornflakes, Kartoffel). Die Katze ist von ihrer Physiologie ein Fleischfresser!
8. Füttern Sie kein Trockenfutter. Die Katze ist von ist ein "wassersparendes" Tier. Durch die Verminderung und Konzentration des Urins bei Trockenfutteraufnahme besteht die Gefahr, dass Harngries entsteht. Zudem macht Trockenfutter dick.
9. Füttern Sie frische Nahrungsmittel und nur in Ausnahmefällen Dosenfutter.
10. Füttern Sie kein Dosenfutter mit "pflanzlichen und tierischen Nebenerzeugnissen". Qualitativ hochwertiges Dosenfutter für Katzen sollte mindestens 80% Fleisch, Eier oder Käse und höchstens 20% Kohlenhydratträger wie Reis oder Gemüse enthalten. Die Freiheit von Konservierungs- und Farbstoffen sowie Geschmacksverstärkern sollte ausdrücklich auf der Packung deklariert sein.
11. Füttern Sie zur reinen Fleischernährung zusätzlich Kalzium in Form von Milchprodukten oder Knochen. Älteren Katzen oder Tiere, die keine Milchprodukte und Knochen annehmen, sollten Mineralstoffpräparate zusätzlich verabreicht werden.

Wie viel Wasser braucht eine Katze?

Katzen müssen jederzeit frisches Wasser zu ihrer freien Verfügung haben. Das Wasser muss täglich erneuert werden; in der warmen Jahreszeit zweimal täglich. Waschen Sie das Wasserschüsselchen dabei gründlich mit heißem Wasser aus. Gerade im Wasser vermehren sich Bakterien besonders schnell. Eine gesunde Katze trinkt fast überhaupt kein Wasser. Kätzchen, die Milch zu trinken bekommen, schauen das Wassernäpfchen in der Regel so gut wie gar nicht an. Dennoch sollte immer ein gefüllter Wassernapf für die Katze erreichbar sein. Wenn Ihre Katze plötzlich oder schleichend vermehrt Durst zeigt, bekommt sie entweder die falsche Nahrung (Trockenfutter!) oder sie ist krank. Vermehrtes Trinken sollte Anlass für einen Tierarztbesuch sein.

Die Katze braucht Gras

Katzenhaare, die beim Putzen in den Magen gelangen, können sich dort zu Ballen zusammenklumpen und zu Magenschleimhautentzündungen, im schlimmsten Fall zu einem Darmverschluss führen. Freilebende Katzen essen grobfaserige Grasarten, um sie wieder zusammen mit den Haaren zu erbrechen. Auch Wohnungskatzen benötigen eine solche "Brechhilfe". Der Zoofachhandel und manche Blumengeschäfte bieten Katzengras frisch oder in praktischen Behältern zum Selbstziehen an. Die Grünlilie, eine schnellwachsende, ungiftige Zimmerpflanze wird ebenfalls von vielen Katzen gerne angenommen. Unterbinden Sie unbedingt das Anknabbern anderer Zimmerpflanzen. Viele sind für Katzen schädlich, manche sogar giftig.
Im Frühjahr und Herbst zur Fellwechselzeit kann es erforderlich sein, zusätzlich zum Katzengras einmal täglich Malzpaste zu verabreichen, um die Entfernung der verschluckten Haare über den Magen-Darm-Trakt zu unterstützen. Solche Malzpasten erhalten Sie im Zoofachhandel oder beim Tierarzt.

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Ernährung des Meerschweinchens
© Dr. Doris Quinten

1.4. Ernährung
1.4.1. Heu
Meerschweinchen sind reine Pflanzenfresser. Sie ernähren sich in Freiheit fast ausschließlich von Gräsern und Kräutern der südamerikanischen Bergwiesen. Reife Körner nehmen sie nur selten in Form von Grasrispen auf. Heu, d.h. getrocknete Wiese sollte daher unseren Hausmeerschweinchen den ganzen Tag zur freien Verfügung stehen. Die Aussage: "Die optimale Ernährung eines Meerschweinchens besteht neben Frischfutter aus Heu als Vorspeise, Heu als Hauptgericht und nochmals Heu als Nachspeise" sollte daher ernst genommen werden. Heu ist sehr rohfaserreich und unterstützt die Darmfunktion. Die Darmperistaltik eines Meerschweins ist sehr schwach. Die Tiere sind, um den Nahrungsbrei im Darm weitertransportieren zu können, auf ständigen Nachschub "von oben" angewiesen. Daher nehmen Meerschweinchen innerhalb von 24 Stunden etwa 100 kleine Portionen zu sich. Durch das ständige Zerkauen des Heus werden zudem die dauerhaft wachsenden Zähne optimal abgeschliffen. Das Heu sollte sauber, staubfrei und ohne jegliche Spuren von Schimmel sein. Am besten riechen Sie vor dem Verfüttern daran. Gutes Heu riecht würzig-frisch; altes, feucht gelagertes Heu muffig. Um es vor Verschmutzung mit Kot und Urin zu schützen, wird es am besten in kleinen, an der Käfigwand befestigten Raufen angeboten ( siehe Käfigeinrichtung, Seite ...).

1.4.2. Frischfutter Frischfutter sollte täglich angeboten werden. An heißen Sommertagen empfiehlt es sich, leicht verderbliche Salate, Kräuter und Obst erst am Abend zu füttern. Verwelktes Grünfutter oder angegorenes Obst muss sofort entfernt werden, da die empfindlichen Nager darauf mit nicht selten lebensgefährlichem Blähungen und Durchfall reagieren können. Grünfutter sollte gründlich gewaschen, jedoch völlig trocken sein (d.h. nach dem Waschen gründlich abtrocknen!). Der Verdauungstrakt des Meerschweinchens reagiert sehr empfindlich auf Futterumstellungen und Fütterungsfehler. Die häufigste Todesursache der kleinen Nager sind Verdauungsstörungen! Es empfiehlt sich daher, das Frischfutter möglichst gleichmäßig, jedoch in einer vielfältigen Mischung zusammenzustellen. Wird ein Wechsel erforderlich (bei unterschiedlichem saisonalen Angebot), muss dieser ganz allmählich und vorsichtig erfolgen. Das neue Futter wird nur in kleinen, nach und nach größer werdenden Mengen dem gewohnten Futter beigegeben. Frischfutter darf weder von Flächen stammen, die mit Pestiziden behandelt wurden (z.B. Ränder von Feldern), noch von Straßenrändern vielbefahrener Straßen. Die verschiedenen Futterpflanzen enthalten Nährstoffe wie Eiweiße, Vitamine, Mineralstoffe, Fettsäuren in unterschiedlicher Konzentration, je nach Pflanzenart und Jahreszeit, in der sie geerntet werden. Um ein Überangebot oder Mangel eines Nährstoffes und damit Fütterungsbedingte Gesundheitsstörungen zu vermeiden, sollte die tägliche Frischfutterration niemals aus nur einer einzelnen Pflanzenart sondern vielfältig aus verschiedenen Pflanzen und Obst zusammengestellt sein. (siehe auch Vitamine und Mineralstoffe, Seite ...). Es eignen sich z.B. alle Sorten von Salaten, Gurken, Karotten mit Kraut, Petersilie, Hagebutten, Tomaten, Mangold, Sellerie einschließlich der Blätter, Grünmais, Chicoree, Brokkoli, Paprika, Fenchel, Rote Rüben, gekochte Kartoffel, Apfel, Erdbeeren, Orangen, Birne, Kiwi, Wassermelone, Banane. Die meisten Meerschweinchen lieben Kohlgewächse. Sie sollten jedoch nur sehr sparsam gegeben werden, da sie gerne zu Blähungen führen. Auch Kräuter wie Basilikum oder Thymian werden, in kleinen Mengen zugemischt, gerne genommen. Im Sommer stehen dem Tierfreund verschiedene Wildpflanzen wie z.B. Löwenzahn, Brennnessel (soll nur angetrocknet verfüttert werden), Gras, Wiesenklee, Huflattich, Wegerich, Gänzefingerkraut, Kamille, Ackerminze, Schafgarbe oder auch Beifuss zur Verfügung. Aber bitte beachten Sie auch hier den Grundsatz: ungewohntes Futter zunächst nur ganz wenig und erst nach und nach in allmählich steigernder Menge anbieten.

1.4.3.Kraftfutter (Trockenfutter) Unter Kraftfutter versteht man eine Mischung aus verschiedenen Getreidekörnern, Samen, Saaten und Nüssen. Da erwachsene und gesunde Meerschweinchen Gräser, Salate und Obst durch mikrobielle Zersetzung im Dickdarmbereich sehr gut verwerten können, benötigen sie zusätzlich zur täglichen Frischfutterration kein Kraftfutter. Trockenfutter oder Kraftfutter ist sehr energiereich und führt zu Übergewicht. Es beeinträchtigt aufgrund seines hohen Stärkegehaltes das Gleichgewicht der Darmflora. Wegen seines hohen Calciumgehaltes begünstigt es die Entstehung von Knochenveränderungen Zahnfehlstellungen, Blasensteinen und Organverkalkungen (siehe auch Seiten ...). Nur in Zeiten erhöhten Energiebedarfs wie z.B. Wachstum, Trächtigkeit oder nach Operationen kann es in kleinen Mengen (max. 1 schwach gehäufter Esslöffel, bei Jungtieren 1 Teelöffel pro Tag) als Stärkungsmittel verabreicht werden. Vorsicht: die häufig im Handel angebotenen Kraftfuttermischungen für Meerschweinchen und Kaninchen werden in Ihrer Zusammensetzung den Bedürfnissen dieser grundsätzlich verschiedenen Tierarten nicht gerecht. Zudem enthalten sie oftmals bunt gefärbte, getrocknete Brotstückchen, die Gemüse und Obst täuschend ähnlich sehen. Zusammen mit der Deklarierung "Alleinfutter" wird dem Tierbesitzer eine Vollwertigkeit des Trockenfutters suggeriert, was es jedoch in keiner Weise ist. Es hat sich bewährt, Kraftfutter selbst zusammenzustellen. Vor allem bei Nüssen und Samen besteht die Gefahr der Schimmelbildung durch Überlagerung. Ölsaaten können ranzig werden. Daher sollten Sie nur solche kaufen, die auch für den menschlichen Verzehr geeignet sind (z. B. aus dem Reformhaus). Da Kraftfutter nur kurzzeitig und in geringen Mengen verabreicht werden darf, fällt der etwas höhere Preis für qualitativ hochwertige Zutaten kaum ins Gewicht. Sparsamkeit ist hier fehl am Platz und muss nicht selten durch hohe Tierarztkosten teuer bezahlt werden. Beispiel für eine selbstzusammengestellte Kraftfuttermischung: 1 Packung (500g) Sechskorn-Getreide-Mischung 3 Esslöffel Leinsamen 3 Esslöffel Sonnenblumenkerne (geschält) 10 Walnüsse (gebrochen) 1 Esslöffel Kürbiskerne (geschält) Da Ölfrüchte gerne ranzig werden, sollten Sie die Mischung im Kühlschrank aufbewahren.

1.4.4. Nagefutter Meerschweinchenzähne wachsen 1.2 bis 1.5 mm in der Woche. Sie müssen durch Zermahlen von hartem Futter ständig abgeschliffen werden. Dazu eignen sich neben Heu die Äste einheimischer Bäume und Sträucher (z.B. Buche, Haselnuss, Obstbäume, Weide, Kastanie, Holunder). Verwenden Sie kein Holz von exotischen Ziersträuchern. Über ihre Verträglichkeit für Meerschweinchen gibt es keine Erfahrungen. Einmal pro Woche kann ein großes Stück hartes Vollkornbrot angeboten werden. Achten Sie jedoch darauf, dass das Brot keinerlei Schimmelbildung aufweist. Die im Handel verkauften "Knabberstangen" bestehen vorwiegend aus Körnern und getrocknetem, gefärbtem Brot, das Früchten oder Gemüse täuschend ähnlich sieht. Solche Knabberstangen entsprechen in ihrer Zusammensetzung dem kommerziellen Trockenfutter und sind aus den gleichen Gründen (Veränderung der Darmflora, Gefahr von Übergewicht) nicht zu empfehlen.

1.4.5. Trinkwasser Obwohl gesunde Meerschweinchen mit ausreichend Frischfutter wenig bis gar kein Wasser zusätzlich aufnehmen, muss jedoch sauberes Trinkwasser grundsätzlich immer zur Verfügung stehen. Bei Kraftfuttergaben, Nierenerkrankungen, während heißer Sommermonaten sowie im Winter bei wärmerer Heizungsluft sind die Tiere auf Wasser angewiesen.

1.4.6. Vitamine Werden Meerschweinchen so, wie in Kapitel 1.4.2. beschrieben, mit ausreichender Menge vielfältigem Frischfutter ernährt, ist eine Vitaminunterversorgung kaum zu erwarten. Zusätzliche Vitamingaben bei gesunden Meerschweinchen, mit Ausnahme von Vitamin C, schaden mehr als sie nützen, denn auch eine Überversorgung mit Vitaminen kann zu schwersten Gesundheitsstörungen führen. Allerdings sollte man bei älteren, trächtigen oder kranken Tieren (v.a. solchen mit Zahnproblemen oder Darmerkrankungen) ein besonderes Augenmerk auf die Versorgung mit folgenden Vitaminen achten: Vitamin C Dieses Vitamin muss mit der Nahrung zugeführt werden, da Meerschweinchen, so wie z.B. auch der Mensch, nicht in der Lage sind, Vitamin C selbst zu bilden. Es ist wasserlöslich und wird im Körper nicht gespeichert. Daher ist die tägliche Gabe von Frischfutter (auch in den Wintermonaten) für den Gesundheitszustand der kleinen Nager absolut erforderlich. Vitamin C-Mangel führt zu schwersten Erkrankungen (siehe auch Seite ....). Einen besonders hohen Gehalt an Vitamin C haben Paprika, Brokkoli, Fenchel, Kiwi, Hagebutten, Orangen und Petersilie. Bei Erkrankungen, in deren Verlauf die Nahrungsaufnahme gestört ist sowie bei höherem Vitamin C- Bedarf (bei Infektionserkrankungen, nach Operationen und während der Trächtigkeit) hat es sich bewährt, Vitamin C als Medikament zu verabreichen. Geben Sie eine Messerspitze Vitamin C-Pulver (Ascorbinsäure-Pulver), vermischt mit 1 Messerspitze Traubenzucker, in Wasser aufgelöst, einmal täglich mit einer Spritze direkt in die Mundhöhle. Vitamin C ist lichtempfindlich. Es ist daher nicht sinnvoll, das Vitamin ins Trinkwasser zu geben. Innerhalb kurzer Zeit wird es durch Licht zerstört und damit wirkungslos. Gerne wird auch Sanddornsaft (aus dem Reformhaus) als Vitamin C-Quelle angenommen. Vitamine B und K Im Blinddarm von Meerschweinchen leben unzählige Kleinstlebewesen. Sie sind in der Lage, die reine Pflanzennahrung so aufzuschließen, dass die darin enthaltenen Nährstoffe von den kleinen Nagern verwertet werden können. Daraus produzieren Sie u.a. die lebensnotwendigen Vitamin B und K. In periodischen Abständen (hauptsächlich nachts) wird der sehr eiweiß- und vitaminreiche, weiche Blinddarmkot ausgeschieden, von den Tieren direkt am After abgenommen und gegessen (Caecotrophie). Damit ist die Versorgung mit verdaulichem Eiweiß sowie mit den Vitaminen B und K gesichert. Wird einem Meerschwein die Aufnahme von Blinddarmkot verwehrt, führt das innerhalb weniger Wochen zum Tod. Darmerkrankungen, bei denen die vitaminproduzierenden Kleinstlebewesen im Blinddarm geschädigt oder abgetötet werden, führen zu Mangel an Vitamin B und K und den daraus resultierenden Folgeschäden (siehe Seite...). Neben der Behandlung der Grundkrankheit müssen in einem solchem Fall Vitamin B und K als Medikamente unter tierärztlicher Kontrolle zugeführt werden. Vitamin D Rachitis, eine Erkrankung durch Mangel an Vitamin D, tritt beim Meerschweinchen fast nie auf. Das Gegenteil jedoch, Organverkalkungen und Blasensteine (siehe Seiten ...) aufgrund zuviel Vitamin D, sieht man jedoch recht häufig. Grundsätzlich gilt daher: kein künstlicher Zusatz von Vitamin D, auch nicht in Form von Lebertranprodukten! Vorsicht bei kommerziellen Trockenfuttermischungen. Sie sind häufig mit Vitamin D angereichert, was zu Überdosierung mit den genannten Folgeschäden führen kann. Da für die Aktivierung von Vitamin D im Körper UV-Licht benötigt wird, sollten sich Meerschweinchen mindestens 2 mal pro Woche im Freien (Garten, Balkon) aufhalten. Ist dies nicht möglich, kann auch eine UV- Tierlampe über dem Käfig verwendet werden. Eine solche UV-Lampe erhalten Sie im Tierfachhandel. Vitamin A Vitamin A ist in allen Grünpflanzen, Karotten und Obst in ausreichend hoher Dosierung vorhanden. Es wird bei Meerschweinchen in der Leber und im Fettgewebe gespeichert und nach Bedarf dem Körper zur Verfügung gestellt. Bei Meerschweinchen, die vollwertig mit viel Frischfutter ernährt werden, sind daher keine Mangelerscheinungen zu erwarten. Zusätzliche Vitamin A-Präparate sollten grundsätzlich nicht verabreicht werden, da das fettlösliche Vitamin nur schwer wieder ausgeschieden werden kann. Die Gefahr der Überdosierung und daraus resultierender Leberschädigung ist sehr hoch. (Ausnahme: bei bestimmten Erkrankungen unter tierärztlicher Kontrolle). Vorsicht auch hier bei kommerziellen Trockenfuttermischungen! Sie sind häufig mit Vitamin A angereichert.

1.4.7. Mineralstoffe Freilebende Meerschweinchen müssen dort, wo sie zu Hause sind (in südamerikanischen Hochgebirgen), mit relativ mineralstoffarmem Futter zurechtkommen. Der Körper der kleinen Nager hat sich optimal an diese Situation angepasst: Mineralstoffe, v.a. das Calcium werden im Darm des Meerschweinchens besonders gut resorbiert, so dass schon geringe Mengen im Futter ausreichen, um den Bedarf zu decken. Wird den Tieren nun sehr mineralstoffreiches Futter gereicht, kommt es schnell zur Überversorgung. Organverkalkungen, Skelettveränderung mit Zahnfehlstellungen sowie Harngries und Blasensteine können die Folgen sein (siehe Seite ...) Grundsätzlich gilt daher: 1.Salz- oder Mineralnagesteine gehören nicht in einen Meerschweinchenkäfig!!! 2. Kraftfutter nur bei wachsenden, trächtigen Tieren oder nach Operationen anbieten (siehe Seite ...) 3. Stark calciumhaltige Pflanzen (Luzerne, Brokkoli, Kohlrabiblätter, Petersilie und alle anderen Kräuter) sollten in nur geringen Mengen (ca. 10%) in der täglichen Frischfutterration enthalten sein.
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Fütterung der Wellensittiche
© Dr. Doris Quinten

Körner:
• Körnermischung für Wellensittiche (2 TL pro Tag): eine ideale Mischung besteht aus handelsüblichem Wellensittichfutter (500 g), etwa 50 g Kanarienfutter, sowie einer Hand voll geschältem Hafer (sofern er im Wellensittichfutter nicht enthalten ist).
• Kolbenhirse: sehr kalorienhaltig; gesunden Vögeln maximal einmal in der Woche anbieten, sehr gut geeignet als Kraftfutter für kranke und unterernährte Vögel
Grünfutter: täglich anbieten!
Gemüse: Salat (alle Arten), Petersilie, Karotten (einschließlich Kraut), Fenchel, Spinat, Mangold, Chicorée, Kapuzinerkresse (Blüten und Blätter)
Obst: Apfel, Birne, Kirsche, Kiwi, Erdbeere, Banane, Orange, Mandarine, Pampelmuse (jeweils nur das Fruchtfleisch der Zitrusfrüchte), Holunderbeeren, Vogelbeeren, Beeren von Weißdorn und Feuerdorn, Hagebutten
Keimfutter: Hafer, Weizen, Linsen, Erbsen oder Grundfutter ankeimen. Die Keime sollten nicht länger als 2 -3 mm sein (Vorsicht vor Schimmelbildung!)
Wildkräuter: Vogelmiere, Löwenzahn, Schafgarbe, Breiter und Großer Wegerich, Spitzwegerich, Gemeiner Beifuß, Stumpfblättriger Ampfer, Flohknöterich, Huflattichblüten, Sauerampfer, Hirtentäschelkraut, Gemeine Melde
Samen: halbreife Samenstände von Hafer, Weizen, Mais, Kolbenhirse und anderen Grassämereien (Rispengräser)
Zweige: mit grünen Blättern von Obstbäumen, Eichen, Buchen, Birken, Ulmen, Weide, Kastanie, Ahorn oder Holunder. Besonders beliebt sind Knospen und junge Blätter sowie frische Rinde.
Mineralstoffe:
• hitzesterilisierte Eierschalen (10 min in kochendes Wasser oder im Backofen bei 150°C)
• Sepiaschale
• handelsübliche Mineralstoffmischung

Tierisches Eiweiß:

• einmal in der Woche in geringen Mengen:
Magerquark, Jogurt, hart gekochtes Ei, Tatar, rohes Rinderherz, kleinere Knochen zum abknabbern

Allgemeines:

• Es ist wichtig, den Vögeln von vornherein eine abwechslungsreiche Kost anzubieten. Haben sich Wellensittiche erst einmal an eine einseitige Körnermischung gewöhnt, so sind sie oft nur unter größten Schwierigkeiten zur Aufnahme anderer Futtermittel zu bewegen, was auf Dauer zu schweren Mangelerscheinungen führen kann, z.B. zu Vitaminmangel, wenn kein Grünfutter aufgenommen wird.
• Es darf nur einwandfreies Futter verwendet werden. Verschimmeltes oder sonst wie verdorbenes oder verunreinigtes Futter kann bei Wellensittichen schwere Erkrankungen hervorrufen.
Physiotherapie